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Nahrungsjuwelen

Antioxidantien: Heidelbeeren statt Acai Beeren

Antioxidantien: Heidelbeeren statt Acai Beeren

Ich liebe Bowls! In allen Arten, Formen und Zutaten! Meistens starte ich in den Tag mit einen Glas frischen green juice und einer leckeren Bowl zum Frühstück. Meine Grundlage besteht dabei abwechselnd aus Spinat-Birne-Banane, Mango-Papaya, Erdbeer-Himbeere oder eben Heidelbeeren oder Sauerkirschen.

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Da ich seit Beginn des Jahres mein Ernährungsrad weiter gedreht habe und mir mein erstes 100% Rohkost-Jahr gönne, komme ich mit diesem nahrhaften Frühstück locker pappsatt bis in den frühen Nachmittag.

Immer häufiger höre ich jedoch, dass Bowls gerne auch aus Acai-Beeren bzw. deren Püree zubereitet werden. In ihrem Herkunftsland Brasilien gelten Acai-Beeren eher als ganz gewöhnliche Nahrungsmittel. Die ca. zwei Zentimeter großen, dunkelblauen Früchte wachsen an der sogenannten Kohlpalme und bestehen zu 90% aus einem Kern. Essbar ist nur die Haut. Nach der Ernte werden die Acai-Beeren entkernt, püriert oder pulverisiert und anschließend verkauft. Bei uns hat die Acai-Beere längst ihren Siegeszug eingehalten wegen ihres hohen Anteils an Antioxidantien. Doch ist das so? Warum in die Ferne schweifen? Im direkten Vergleich ist unsere heimische Heidelbeere den Vorzügen der Acai-Beere durchaus gleichrangig oder sogar überlegen, vor allem was den hohen Anteil an Magnesium betrifft. Natürlich klingt Acai-Bowl eher sexy und trendy als Heidelbeer-Püree, aber wenn der Anspruch auf wirklich gesunden, reichhaltigen und wirksamen Inhaltsstoffen liegt, dann sollten die Heidelbeere mehr als eine Chance in die morgendliche Bowl verdienen.

Von Ende Juni bis September haben Heidelbeeren (auch Blaubeeren oder Bickbeeren genannt) Saison. Und während dieser Zeit heißt es: ab auf den Markt und zugreifen! Der Gehalt an Antioxidantien ist umso größer, je länger die Früchte reifen konnten, d.h. wer regionale Erzeugnisse kauft, bekommt somit mehr gesunde Pflanzenstoffe ab. In den anderen Jahreszeiten bevorzuge ich die Tiefkühlvariante aus biologischem Anbau. Das erscheint mir immer noch nahrhafter und nachhaltiger als eingeflogene und industriell verarbeitete Acai-Beeren.

Heidelbeeren sind gesund, müssen aber behutsam behandelt werden. Die kleinen Beeren sind besonders druckempfindlich, schimmeln schnell und werden leicht bitter. Frische Heidelbeeren sollte man deshalb immer vorsichtig transportieren und zeitnah nach dem Kauf genießen. Wer länger etwas vom süßen Aroma der Heidelbeeren haben möchte, friert sie einfach direkt ein.

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Was macht Heidelbeeren so gesund?

Die Wirkung von Heidelbeeren beruht vor allem auf den sekundären Pflanzenstoffen wie den Polyphenolen und Anthocyane. Anthocyane unterstützen den Körper dabei, freie Radikale abzufangen und sie zu neutralisieren. Die Pflanzenstoffe, die den Heidelbeeren ihre dunkelblaue Farbe geben, wirken zudem positiv einem vorzeitigen Alterungsprozess entgegen. Außerdem stabilisieren die in Heidelbeeren enthaltenen Biostoffe das körpereigene Blutsystem und wirken so Krankheitsvorbeugend.

Vor allem die reichlich enthaltenen Vitamine C und E machen die blaue Frucht zu einem echten Beauty-Booster. Vitamin C kurbelt die Produktion von Kollagen an – und das polstert die Haut quasi von innen auf. Vitamin E gilt seit langem als Schönheits-Vitamin. Beide Vitamine zählen zu den Antioxidantien, helfen freie Radikale abzufangen und stärken das Immunsystem.

Was sind Antioxidantien?

Einfach ausgedrückt fangen Antioxidantien freie Radikale auf, die sonst Zellen angreifen würden. Die effektivsten Antioxidantien sind die Vitamine C, E und Beta-Carotin, der pflanzliche Vorläufer des Vitamins A. Auch Selen, Schwefel und Zink sind effektive sog. Radikalfänger. Vitamin C wehrt nicht nur freie Radikale ab, sondern regt außerdem die Kollagenbildung im Bindegewebe an. Karotinoide wirken als innerer Sonnenschutz und bewahren die Zellen zudem vor schädlichen Umwelteinflüssen. Neben Obst und Gemüse stecken viele Antioxidantien in Nüssen, Zimt und dunkler Schokolade. Auch verschiedene Sprossen enthalten viele gesunde sekundäre Pflanzenstoffe.

Unser Körper braucht freie Radikale!

Freie Radikale sind nicht generell schlecht für unseren Körper, da sie u.a. helfen unsere Zellen von Zellmüll aus oxidierten Fetten und Proteinen sowie erbgut-geschädigte Zellen zu befreien. Eine „Dauerbeschallung“ mit freien Radikalen jedoch durch Junk Food, eine ungesunde Lebensweise und Umweltverschmutzung greifen unsere Zellen an und können sowohl Alterungsprozesse beschleunigen als auch Krankheiten verursachen.

Leider hat die Typisierung der freien Radikale als böse Krankmacher dazu geführt, dass ein ganzer Industriezweig an verschiedensten Vitaminbomben aktiviert und Antioxidantien als Wunderwaffe ausgerufen wurde. Das Spiel mit der Angst vor dem Altern, Krankheiten und Tod gemischt mit Halbwissen darf nicht in einer willkürlichen monotonen Ausrichtung auf ZUVIEL Antioxidantien münden. „Allein die Menge macht das Gift“, formulierte es einst der berühmte Mittelalter-Arzt Paracelsus. Ein ZUVIEL an Antioxidantien ist ebenso schädlich wie ein ZUVIEL an freien Radikalen. Eine ausgewogene, basische Ernährung, ausreichend Bewegung sowie eine harmonische Lebensweise sind der beste Garant für ein vollkommen gesundes und vitales Leben.

Take care & stay healthy!

unterschrift-kirsten-pink

Eine Antwort zu “Antioxidantien: Heidelbeeren statt Acai Beeren

  1. Sehr schön ausführlich beschrieben. Aber ich finde, das es sich hier nicht um eine entweder oder Entscheidung handelt. Ich mag beides gern und von den Nährtwerten abgesehen, schmeckt ja Acai doch recht anders als Heidelbeeren.

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