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Gedankenspiel

Mal eben so vegan? Warum vegan als Diät nicht funktioniert!

Mal eben so vegan? Warum vegan als Diät nicht funktioniert!
Foto: C/L / Quelle: photocase.com

Ich finde es toll, wie das Thema vegane Ernährung mittlerweile immer mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommt. Es ist großartig, wenn man sich als vegan ernährender Mensch nicht immer erklären muss und nicht immer gleich als „Müsli“ abgestempelt wird. Ich merke auch im Umfeld viel positives Interesse und Zuspruch. Die vegane Ernährung interessiert! Und viele Menschen sind offen für eine neue Form der Ernährung. Aber wie fängt man an? Auch dazu gibt es viele Wege. Die Vegan Challenge von Attila Hildman ist ein Beispiel für einen Einstieg in die vegane Ernährung über eine bestimmten Zeitraum .

Und dennoch möchte ich hier über das „Aber“ reden.

Vegan auf Zeit, für einen Monat oder die traditionelle Fastenzeit – die sechs Wochen zwischen Karneval und Ostern – ist hilfreich um Vorurteile gegenüber der veganen Ernährung abzubauen, aber keine tiefer gehende Umstellung der Ernährung.

In meinen Augen bietet die vegane Ernährung einfach so viel mehr, als nur eine kurze „Diät“-Kur zwischendurch oder um etwas Winterspeck loszuwerden. Vegan als Diät funktioniert nicht und frustriert nur, weil du – wie meiner Meinung nach alle Diäten – es nicht durchhalten wirst und es langfristig einfach nicht erfolgreich ist. Warum ist das so?

Diäten haben für mich etwas mit kurzfristigem Verzicht zu tun. Vegane Ernährung ist aber für mich viel mehr der Inbegriff von Fülle! Ein paradiesisches Übermaß an neuen Kreationen und Geschmackserlebnissen. Ich hatte keine Ahnung wie eingeschränkt und eintönig ich mich vorher ernährt hatte. Diese Freude, Fülle und Spaß möchte ich mit allen teilen. Und um dies alles zu entdecken braucht man eben Zeit und Geduld. Zeit, sich in diese neue Art des Kochen reinzudenken, neue Produkte als Ersatz für Butter, Milch oder Ei kennenzulernen, und sich damit vertraut zu machen, welche Läden, Geschäfte und Internetshops ein gutes Sortiment für vegane Ernährung bieten, ohne gleich Gefahr zu laufen, sich mit veganen Fertigprodukten, Fleischersatz oder veganem Fast Food einzudecken – und das dauert mehr als 30 Tage.

Bei mir hat sich der Prozess zur veganen Ernährung über einen sehr langen Zeitraum hin erstreckt mit einigen „Rückfällen“. Erst habe ich mein eigenes Essverhalten mal studieren müssen. Wann habe ich Lust auf Süßes? Warum? Ist Essen für mich eine „Ersatzdroge?“. In meinem Fall war das so. Und je bewusster ich mir meines Essverhaltens wurde, desto achtsamer wurde ich mit dem, was ich zu mir nehme. Woher kommen die Sachen? Wie wurden sie hergestellt? Was ist alles drin etc.? Auslöser war für mich aber, dass ich begonnen hatte, die Sprache meines Körpers wieder lesen zu lernen. Wie geht es meinem Körper nach zuviel Rotwein? Wie fühlt sich mein Magen an nach fast food?

Dieser Prozess lief ganz bewusst und langsam ab, um immer wieder zu sehen, welche Art der Ernährung für mich und meinen Körper am Besten ist. Ich bewundere die Menschen, die von heute auf morgen vegan werden und mit Disziplin das auch konsequent durchziehen. Mein Weg war nicht so. Ich wollte nicht einfach nur ein Ernährungskonzept gegen ein neues austauschen. Ich wollte nicht einfach über den Körper hinweg wieder den Kopf entscheiden lassen. Ich wollte mich mit und in meinem Körper wohlfühlen und fühlen wie es mir mit meiner Nahrung geht. So konnte ich schon längst nachdem ich mich schon vegan ernährte lange nicht auf Parmesan verzichten. Bis ich merkte, dass es gar nicht der Käse als Käse war, sondern der hohe Salzgehalt. Mit fehlte also Salz. Hier habe ich mir aber bewusst Zeit gelassen und ganz bewusst viele Pasta-Gerichte ausprobiert, bei denen man Parmesan nicht vermisst. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, mal gar keine Nudeln mehr zu essen. :)

Vegane Ernährung ist also für mich kein neues Ernährungskonzept, kein moderner Trend, sondern eine Reise in eine neue Form der Ernährung und eine Chance für jeden, in Balance mit seinem Körper zu kommen. Wir sollten mit unserem Körper arbeiten und nicht gegen ihn. Ich muss immer schmunzeln, wenn veganes Essen als Modetrend abgetan wird. In vielen Jahrhunderten sind wir jede Menge evolutionäre Phasen durchlaufen – nur in der Ernährung nicht? Ich bin überzeugt davon, dass der Weg in Richtung vegane und rohköstliche Ernährung ein evolutionärer Prozess ist, der nicht von heute auf morgen geht, aber schon längst begonnen hat.

 

Take care & stay healthy!

unterschrift-kirsten-pink

Eine Antwort zu “Mal eben so vegan? Warum vegan als Diät nicht funktioniert!

  1. Hallo Kirsten,

    vielen Dank für den schönen Artikel. Natürlich, ich gebe Dir Recht ist vegan ein Ernährungskonzept. Doch zwischen Vegan und Vegan gibt es einen Unterschied. Liegen hingegen zuviele Soja-Fleischersatz-Produkte auf dem Teller kann das beispielsweise einen Gewichtsverlust blockieren.
    Ich selber habe 24 Kilo abgenommen, und das nicht mit einem neuen Trend, sondern einfach mit einer rein natürlch ausgewogenen veganen Ernährung. Also es klappt, und ich kann es jedem nur empfehlen.

    Liebe Grüße

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