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Gesundheitswissen

Warum ich Soja weitgehend meide

Warum ich Soja weitgehend meide

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich Soja von meinem Speiseplan weitgehend gestrichen habe und möchte heute konkreter darauf eingehen.

Und um es vorweg zu nehmen: nein, ich bin kein genereller Gegner von Soja. Ich distanziere mich nur von dem Irrglauben, dass Soja die einzige Eiweißquelle für Veganer ist sowie von dem Wahn, der um Soja entstanden ist und der in einem Hype um industriell hergestellte vegane Produkte mündet. Es ist für mich schlichtweg unvorstellbar, die Zukunft unserer Ernährung in der Überschüttung des Planeten mit Sojafeldern zu sehen. Da bewegen wir uns sowohl ökologisch, nachhaltig als auch gesundheitlich in völlig falschen Bahnen.

 

Ist Soja gesund?

Coffee to go mit Sojamilch, Bolognese mit Sojahack, Tofubratwurst – selbst Joghurt und Kakaodrinks gibt’s mittlerweile aus der neuen Zauberbohne und belegen: Soja ist hip! Auch wenn wir mengenmäßig noch weit entfernt sind von dem Sojaverzehr in Ostasien, steigt der Verbrauch ständig.

Soja steht für Sojabohnen. Sie gehören zu den Hülsenfrüchten und sind reich an B-Vitaminen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Kalzium, Zellschutzmikronährstoffen wie Folsäure und Selen. Hinzu kommen wichtige Mineralstoffe wie Magnesium und Mangan, Eisen, Zink, jede Menge biologisch hochwertiges Eiweiß und dabei kein Gramm Cholesterin.

Die Sojabohnen können pur oder gegart verzehrt werden, meistens werden sie jedoch industriell verarbeitet zu Soja-Produkten wie Tofu (Sojaquark), Tempeh (fermentierte, gekochte Sojabohnenmasse), Sojapaste, -soße, Miso, Sojamilch, Sprossen oder Sojajoghurts und Drinks. Das Öl der Sojabohne ist für die kalte und heiße Küche geeignet und besonders reich an den wichtigen ungesättigten Fettsäuren.

Negative Schlagzeilen machten die Sekundären Pflanzenstoffe aus der Sojabohne. Sie sollen die Fruchtbarkeit von Männern reduzieren, den Östrogenhaushalt bei Frauen anheben, Vergesslichkeit und sogar Krebs fördern. Wissenschaftlich ist jedoch weit verbreitet, dass enorme Verzehrmengen erreicht werden müssten, um überhaupt die negativen sekundären Pflanzenstoffe der Sojabohne zu aktivieren. Auch bei täglichem Verzehr von Soja, würden diese kaum erreicht werden.

Dennoch attestieren neuere Forschungsergebnisse Soja keine Unbedenklichkeitserklärung, sondern verweisen sehr wohl darauf, dass ein übermäßiger Verzehr von Soja und Tofu gesundheitliche Folgen haben kann. Deshalb wird eine Verzehrmenge von 100-200gr pro Woche empfohlen.

 

Gibt es genmanipuliertes Soja in Deutschland?

Dazu Henrik Düker von der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V. in Berlin: „Gering! Da Verbraucher gentechnisch veränderte Sojaprodukte ablehnen, finden sich diese auch nicht in deutschen Supermärkten.“ (Quelle: fit for fun)

Anders sieht es im Asialaden aus, dort entdeckte Greenpeace einige gentechnisch veränderte Produkte (Liste unter www. greenpeace.de).

Sollte es zu dem Handelsabkommen (TTIP) mit den USA kommen, dürfte das die Frage von u.a. genmanipulierten Soja nochmal völlig neu bewerten.

 

Der Mythos von Soja als einziger pflanzlicher Eiweißquelle

Sobald wir uns vegan ernähren, werden wir mit Vitamin B12-Diskussionen und fehlenden Eiweiß-Lieferanten konfrontiert. Und es folgt unweigerlich der Gedanke: Soja. Doch ist Soja wirklich die einzige Alternative?

Wer einfach Milchprodukte, Wurst und Fleisch austauscht gegen Sojajoghurt, Tofuschnitzel oder vegane Fertigsoßen und so hofft, seine Eiweißspeicher ausreichend aufzufüllen, irrt.

Natürlich ist Soja eine reichhaltige Eiweißquelle, aber bei weitem nicht die Einzige. Generell kann man sagen, dass alle Pflanzen zu einem gewissen Anteil Eiweiß enthalten. Und es gibt einige Spitzenreiter, die über besonders viel Eiweiß verfügen., z.B.

* Quinoa, Amaranth, echter Buchweizen, Hanfsamen

* Bohnen allgemein, Linsen, Erbsen, Süsslupine, Erdnüsse

* Nüsse und Samen (Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne

* Reis, Hirse oder Getreide, insbesondere Hafer, Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste (allerdings glutenhaltig!)

* Sprossen

In meinem Starter Kit habe ich das ausführlicher beschrieben und eine Liste mit pflanzlichen Alternativen erstellt, denn es ist wichtig:

a) sein Eiweiß aus den verschiedensten Quellen zu bekommen

b) eine ganzheitliche vegane Ernährung zu wählen mit u.a. ausreichend langkettigen Kohlehydraten

Soja gehört somit keinesfalls zu den einzigen Eiweißlieferanten und keineswegs zu den gesündesten Lebensmitteln in einer veganen Ernährung. Alternativ kann auf Erbsenpuffer, Mandelmilch und andere Eiweißträger zurückgegriffen werden. Mehr sojafreie Rezepte findet ihr in Oma’s veganem Kochbuch.

Erforscht eure Nahrung, hört auf euren Körper und beschäftigt euch mit der richtigen Zusammensetzung eurer Speisen, dann kommt ihr in den vollen Nutzen einer gesunden Ernährung.

Take care & stay healthy,

unterschrift-kirsten-pink

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